Mal wieder eine Integrationsdebatte
Sarazins in Buchform getätigte Äußerungen habe ich bisher nicht nachlesen können, werde es wohl auch nicht, seine Auslassungen haben aber mal wieder einigen Wirbel verursacht, der sich überwiegend an seiner Person abarbeitet. Wie gesagt, ich habe es nicht gelesen und auch seine Gen-Phantasien kenne ich nur aus zweiter Hand
Aber eine bohrende Frage hat er damit trotzdem offengelegt: wie wollen wir die Integration zum Erfolg führen und zu wieviel Integration ist die Gesellschaft überhaupt in der Lage? Denn die Kinder von heute sind die Erwachsenen von Morgen und die Rentner von übermorgen:
Wie hoch sollte ein Migranten-Kinder-Anteil in einer Schule sein, damit eine wirkliche Integration in die hiesige Bildungs/Alltagswelt möglich wird. Wie hoch sollte der Anteil sein, dass man selbst sein eigenes Kind noch bedenkenlos hinschicken würde. Im Moment liegt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund unter 5 Jahren bundesweit bei 34%. Alles darunter wäre von ‘einheimischer’ Seite her schon Ausgrenzung und würde Parallelgesellschaften und Ghettoisierungen befördern. Das ist eine ernste Frage und sie wächst täglich. Wenn ich den Trend in der Bevölkerungspyramide ansehe, dann ist die 50%-Marke in 10-15 Jahren erreicht.
Gemäß des ziemlich aufschlußreichen 8. Berichts der Beauftragten der Bundesregierung
für Migration, Flüchtlinge und Integration
über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer
in Deutschland liegt der Anteil der unter 5-jährigen Kinder mit Migrationshintergrund schon heute in einigen Großstädten darüber, Spitzenreiter ist Frankfurt am Main mit 67,5%. Wer integriert da noch wen? Hier sieht man sehr eindrücklich, wie die entsprechenden Populations-Verhältnisse der Großstädte in 20 Jahren sein werden. Hier Gräben aufzureissen, wäre genau der falsche Ansatz. Wenn sich 60% einer Stadtbevölkerung dikriminiert fühlen, dann brennen bald Barrikaden. Hier sind Lösungen gefragt, die mit Herz und Verstand gesucht und gefunden wurden. Und in unserem eigenen Interesse sollten sie bald kommen.
30. August 2010, 12:24 von Andreas Jahn Kommentare
Jetzt werden die Banken in die Pflicht genommen!
Oho, wenn das nicht markige Worte sind. Positiv kann man bei dem neuen Gesetz vermerken, dass nun Bankenpleiten geordnet abgewickelt werden können. Aber wird es überhaupt dazu kommen? Schließlich steht davor noch der “Restrukturierungs-Fond”, aus dem notleidende Banken Gelder zur Verfügung gestellt bekommen können. Und dafür sollen nun die Banken zahlen, satte 1 Mrd. € im Jahr. Mal abgesehen davon, dass das Geld sicher irgendwo wieder abgesetzt wird oder im Zweifelsfall über eine Extra-Gebühr beim Kunden eingezogen wird, ist diese Summe ja lächerlich wenig. Da müssten die 10 Jahre sparen, um einen einzelnen mittelgroßen Banken-Liquiditäts-Störfall einzudämmen. Aber dafür ist ja der Bund bereit, weitere 20 Mrd. € als Kredit in den Fond zu geben, sollte es nötig werden. Und für zusätzliche 100 Mrd. € an Krediten darf der Fond für die Banken bürgen. Und wie macht der das als staatlich gewollter Sicherungsfond? Am Ende bürgt doch wieder der Steuerzahler..
Bei Lichte betrachtet stellt der Fond wohl nur eins sicher, nämlich dass bei der nächsten Liquiditätsklemme der Banken eine Infrastuktur zur Geldbeschaffung am Markt vorbei zur Verfügung steht. Da ich bisher auch nirgends gelesen habe, dass das in den Fond eingezahlte Geld der Banken so etwas wie eine zweckgebundene Sondersteuer sei, wird es sich wohl eher um eine Art Pflichtversicherung handeln, deren Beiträge man zwar einzahlt, auf deren Besitz man damit aber nicht automatisch verzichtet. Vom Fond vergebene Kredite müssen ja auch zurückgezahlt werden. Bisher sehe ich nur eine Seite, die tatsächlich zahlen wird.
26. August 2010, 11:59 von Andreas Jahn Kommentare
Jenseits des Begreifbaren
Gerade las ich bei SpOn einen Artikel über die negative Wirtschaftsdynamik in den USA und überflog in einem seltenen Anfall von Masochismus noch kurz die Leser-Kommentare, bis ich bei einem hängenblieb. Ein Leser regte sich über die Absurdität des Zinssystems auf, wo Geld sich grenzenlos selbst erschaffen darf. Sein Beispiel habe ich gerade mal mit Excel leicht modifiziert nachvollzogen:
Hätte Joseph seinem Sohn Jesus 1 € auf de Bank gelegt und wäre es bis heute zu 5% verzinst worden (quartalsweise je 1/4), dann würden da jetzt rund 2,5*10^43 € schlummern. Gut, kann sich keiner vorstellen. Wie wärs damit: nach heutigem Goldpreis von rund 30,55€ pro Gramm wäre das ein Gegenwert von etwa 411 Millionen Sonnenmassen in Gold ! Ich sollte nicht Banker werden, ich sollte eine Kryostase-Kammer bauen!
18. August 2010, 21:50 von Andreas Jahn Kommentare [2]
Komische Welt II
- Der Chef der deutschen Arbeitgeberverbände, Hundt, warnt vor dem vielleicht kommenden neuen Antidiskriminierungsansatz im Arbeitsrecht, wonach man sein Geschlecht, Alter oder vielleicht fremdländischen Namen nicht mehr in Bewerbungen angeben müsste. Das würde unnötige Kosten verursachen, wenn man Leute zu Vorstellungsgesprächen einlädt, die man am Ende eh nicht nehmen würde.. (..weil sie zu alt sind, das falsche Geschlecht oder einen Migrationshintergrund haben).
- Die Atomenergiewirtschaft droht damit, dass eine Brennelementesteuer ohne AKW-Laufzeitverlängerung den Betrieb unwirtschaftlich machen würde und man die Kraftwerke dann wohl gleich abschalten müsste. Entgegen den Erwartungen sorgte diese Ankündigung für bundesweites Jauchzen und Frohlocken, so dass sich die Energie-Versorger gleich beeilen mussten, dass Schreckgespenst der Energieknappheit bzw. -Verteuerung und folglich den Wirtschaftsabschwung, eine zunehmende Arbeitslosigkeit und generell das Ende der Welt an die Wand zu malen. Die bösen Grünen kontern nun natürlich wieder, dass die bestehenden Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie bereits heute die AKWs ersetzen könnten. Ich bin gespannt, wie sie sich da wieder rauswinden wollen.
- Das Wirtschaftswachstum ist überraschend stark und während wir vor zwei Monaten noch dem Euro-Kollaps entgegenzutaumeln schienen (wenns nach den Nordamerikanern gegangen wäre), weil die europäischen Staaten überschuldet sein, sieht die FDP nun statt einer Möglichkeit zur Haushalts-konsolidierung mal wieder Spielräume zur Einrichtung einfachen, gerechten und niedrigen Steuersystems.
16. August 2010, 10:51 von Andreas Jahn Kommentare
Komische Welt
Vorhin in der Tagesschau:
- Jugendarbeitslosigkeit wird zum globalen Phänomen, man warnt schon vor einer ‘verlorenen Generation’
- immer mehr Jugendliche bekommen psychische Probleme, mittlerweile sind in Deutschland schon ein Viertel der Kinder und Jugendlichen psychisch auffällig. Ein Grund hierfür sollen die gestiegenen Erwartungen an den Nachwuchs sein
- Den falschen Job sollte man auch nicht wählen. Osamas Koch und Leibwächter ist zu 14 Jahren verurteilt worden. Für Beihilfe zur Anstiftung zum mehrfachen Mord? Geht sowas? Vor allem im Ausland? Wenn mir jemand sagt, er plane ein Attentat in einem fremden Land und ich verhindere es nicht, muss ich dann damit rechnen, vom Geheimdienst jenes Landes entführt und wegen Beihilfe verurteilt zu werden? Ich bin ja kein Jurist, aber seltsam kommt mir das schon vor..
12. August 2010, 20:52 von Andreas Jahn Kommentare
