Stones: Euphemismus des Tages

Euphemismus des Tages 43

‘..Außerdem könne er sich nicht daran erinnern, dass Deutschland irgendjemandem den Krieg erklärt habe..’

Ein von der Tagesschau zitierter Kommentar eines vom ständigen Kriegsgerede entnervten deutschen Verteidigungsministers, der es innepolitisch mal echt störend findet, wenn seine Soldaten schon wieder über einen toten Kameraden jammern. Es war jetzt der 28ste.

5. September 2008, 11:19 von Andreas Jahn Kommentare

Euphemismus des Tages 42

Egal wen man fragt, heute sind alle

“ernstlich besorgt”.

Ob EU, NATO, Weltsicherheitsrat oder wer auch immer, alle habe heute ein ganz schlechtes Gefühl betreffs der Lage in Georgien. Unser weit/umsichtiger Außenminister hat es sich nehmen lassen, beim Georgischen Präsidenten persönlich anzurufen und ihm von seiner Sorge zu erzählen.

Und was soll der jetzt machen? Mag ja sein, dass er den Bogen überspannt hat und mit stiller Befürwortung bislang ungenannter Unterstützer die Ossetengebiete in einer Hauruck-Aktion “befrieden” wollte. Aber nun sind die Russen einmarschiert und er hat die Genaralmobilmachung angeordnet. Formell ist Ossetien immer noch georgisches Staatsgebiet und wenn die Russen nicht mehr “Friedenssichernd” aktiv sind, sondern die Bildung einer von ihr abhängigen Autonomiezone militärisch absichern, in der die Leute heute schon einen russischen Pass haben, dann grenzt das an eine Eroberung fremden Territoriums. Was nun? Möglichkeiten zur weiteren Eskalation gibt es viele. Werden die Russen sich auf Ossetien beschränken? Einen Flughafen bei Tiflis haben sie schon bombardiert. Werden die russisch unterstützten Abchasen mitmischen? Wird der Westen dem Fast-NATO-Mitglied Georgien weitere Waffen zukommen lassen, nachdem sie das schon die letzten Jahre getan und auch die Armee ausgebildet haben, um wahrscheinlich genau das zu tun, womit die Georgier heute morgen angefangen haben? Schließlich gehts hier auch um Öl-Transitrouten auf die Russland keinen Zugriff hätte.
Was also werden die Großmächte tun, wird sich eine Seite damit abfinden, mit einer blutigen Nase davonzugehen? Oder wird man auf einen Status Quo hinarbeiten? Es bleibt spannend.

8. August 2008, 14:58 von Andreas Jahn Kommentare [3]

Euphemismus des Tages 41

“()..Global Warming ist ein aktuelles, drängendes Problem, das wir mit Hilfe der Atomenergie entschärfen können. Wir sollten dieses Problem jetzt lösen, das Problem mit dem Atommüll können wir im Laufe der nächsten 200 Jahre lösen.“

David Crane
Vorstandsvorsitzender von NRG, dem größten US-Stromerzeuger

Derzeit will anscheinend jeder außer uns neue Kernkraftwerke bauen. Vor allem wird darauf hingewiesen, dass man damit den CO2-Ausstoß mindern oder gar senken könne. Das mag stimmen, dennoch kann ein Blick auf den globalen Energieverbrauch nicht schaden. Wenn ich das richtig interpretiere, dann ist in den letzten fünf Jahren der Verbrauch an Gas, Kohle und Öl global um zusammen rund 2 Terawatt gestiegen. Zum Vergleich, die größten deutschen Reaktoren erzeugen bis zu 1,5 Gigawatt. Unterstellt man ein gleichbleibendes Wachstum des Energiebedarfs, so müsste man wohl alle fünf Jahre rund 1000 neue Kernkraftwerke ans Netz nehmen, vor allem wenn demnächst der Verkehr auf Elektroenergie umgestellt werden will. Anders gesehen wäre das also eine Vervierfachung der derzeitigen Kernkraftwerksleistung, wenn man den CO2-Ausstoß von 1990 erreichen will, wie er vom Kyoto – Protokoll als Referenz herangezogen wurde. Von einer Reduktion (wie versprochen) reden wir da noch gar nicht..

10. Juli 2008, 10:23 von Andreas Jahn Kommentare

Euphemismus des Tages 40

Entschuldigt bitte die Unappetitlichkeit des Themas:

“Lang- oder Kurzärmlig?”

Aus Simbabwe wird berichtet, dass die Horden des Machthabers mit Macheten durch die Dörfer ziehen und Oppositionsanhänger mit dieser Frage die Wahl lassen, wie weit oben sie ihnen die Hände abschlagen sollen. Ohne Hände kann man schließlich bei der heutigen Stichwahl seinen Zettel nicht falsch ankreuzen.

27. Juni 2008, 13:23 von Andreas Jahn Kommentare

Euphemismus des Tages 39

“Wir bedauern eure Unannehmlichkeiten”

Offizieller Kommentar des Ogame-Support-Teams zum gestrigen Serverabsturz

17. Juni 2008, 10:18 von Andreas Jahn Kommentare

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