Stones: NERV!

Kampf der Wahrheiten

Das Gezänk um die Einflusszonen im Kaukasus nervt langsam zumal die hier sich beharkenden Antagonisten neben Kernwaffen auch ein ausgewachsenes Kommunikationsproblem haben. Die einen schwadronieren über große Ideale obgleich sie sie selbst im Irak und auf Kuba ausgiebig demontierten. Die anderen lassen eine Propaganda vom Stapel, dass es einem kalt den Rücken runterläuft und man fragt sich ernsthaft, wer den Mist glauben soll. Und hier beginnt schon die erste Konfliktlinie: bei den Russen glaubt man es nicht nur, ein propagandakonformes Denken ist schon eine Grundvoraussetzung patriotischer Gesinnung. Und im Konfliktfall werden alle zu Patrioten.
Dass die Regierung und ihre Vertreter im Ausland, wie der russische Botschafter bei Anne Will letzten Sonntag, ihren Kurs mit drastischen Worten zu untermauern suchen (‘Verbrecher!, ..ethnische Säuberungen..’, kann man noch nachvollziehen. Wenn ich aber manche Seiten russischer Nachrichtenagenturen lese, und die Headlines von RIA Novosti sind da ein besonders extremes Beispiel, dann zieht’s mir die Socken aus. Wenn man in diesem Konflikt zu einer vernünftigen Lösung kommen will, muss man sich zu aller erst vergegenwärtigen, dass die heutigen Machthaber keine dogmatischen Betonkommunisten mehr sind, sondern Nationalisten und Machos. Letztes Jahr hat Putin noch halbnackt am Fluss posiert und gestern hat er ein Fernsehteam vor einem Tiger gerettet, ich frage mich wann er mit einem Bären ringt. Da kommt selbst Sarkozy nicht mit. Außerdem hat der Sechspunkteplan gezeigt, dass für die Russen das Wichtigste an einer diplomatischen Lösung die Löcher in der selbigen, durch die sie ihre Machtpolitik weiterführen können. Bevor man also nach einer großen Politikerrunde zur Beilegung der Differenzen ruft sollte man sich erst einmal bewusst mach, mit welchen Gesprächspartnern man es zu tun hat.

2. September 2008, 11:47 von Andreas Jahn Kommentare

Es wird Winter

Woran erkennt man, dass es bald Winter wird?
1. Es wird kühler (heute nur 24°C)
2. Die Tage werden kürzer (Sonnenaufgang heute erst um 5:31)
3. Die Frau bei McPaper sagt mir, dass ich jetzt so kurz vor dem Jahreswechsel sicherlich nirgends mehr einen Kalender für dieses Jahr bekommen werde..

4. August 2008, 14:19 von Andreas Jahn Kommentare

Und außerdem..

..wollte ich mich noch darüber aufregen, dass der Bundesregierung 350 Mios über sieben Jahre verkleckert zu viel sind, um damit die groß und breit angekündigte LEO – Mondmission zu finanzieren. Kein Geld haben ist das Eine, aber sich erst unter riesigem Wirbel der Weltöffentlichkeit mit Sprüchen wie ‘das können wir selbst, dafür brauchen wir nicht die ESA’ präsentieren und dann klammheimlich das Projekt abwürgen, weil man lieber passend zum Landtagswahlkampf Geld in Bayern ausschütten will, ist ein SuperGAU der Peinlichkeit.

14. Juli 2008, 15:36 von Andreas Jahn Kommentare

Schon wieder verärgert

Diesmal über die Kollegen im fernen Südafrika.

Ich will eigentlich nichts weiter, als ein Modell von meinem blöden Krater basteln und muß mich dazu durch die Literatur wühlen. Es ist ja nun ganz normal, dass man dabei auf Widersprüche stößt oder die eigenen Ideen mit denen früherer Bearbeiter kollidieren. Aber mittlerweile nimmt es Überhand. Zum Einen weiß man dadurch nie, ob die benötigten Infos stimmen, was die eigene Arbeit unterminiert, zum Anderen habe ich mittlerweile eine Liste von fünf Leuten, denen ich direkt ans Bein pinkle, wenn ich meine Thesen veröffentliche und denen ich in zwei Monaten auch auf einer Konferenz dort gegenüberstehen werde. Dabei habe ich überhaupt keine Lust auf solchen Stress.
Ein Beispiel:
Autor A findet 1991 in einem verrauschten Bild etwas, von dem er denkt, man könne es so-und-so interpretieren. Das war übrigens seine Doktorarbeit, weshalb es nicht falsch sein muss, doch war es seine erste Arbeit auf dem recht anspruchsvollen Gebiet. Autor B sagt sich 1995, hey, das ist genau das, was ich brauche, um meine Ideen von einem Gebirge, dass aus Südosten angeschoben kam, zu untermauern. Also interpretierte er das verrauschte Bild so, dass es so aussieht, als wäre ein Gebirge aus Südosten angeschoben gekommen. Das war übrigens seine Doktorarbeit, in der er sich mit Goldminen 500km weiter westlich befasste und für die er ein paar Gesteinsdeformationen brauchte. Nun hat er allerdings die einzige Interpretation des Gebietes abgeliefert und dazu noch als hübsches Bild. Daher wurde dieses seitdem x-mal zitiert, unter anderem 2003 von einem Autor C nochmal farbig rundumerneuert, ein Typ, der derzeit als derjenige bekannt ist, der sich dort mit am Besten auskennt. Auch er erzählt was von einem ranrutschenden Gebirge aus Südosten. Von dem hatte ich das auch übernommen, zumindest bis zu dem Punkt, wo mir jemand hinter der Hand sagte, er habe die Hälfte seiner Daten, übrigens für seine Doktorarbeit, daheim am PC frei erfunden. Also habe ich mal aus purem Interesse nach dem Gebirge weiterrecheriert, obwohl es eigentlich gar nicht zu meiner Arbeit gehört und was soll ich sagen.. Da ist gar keins! Das ominöse Gebirge liegt in Kenia und Tansania und zugegeben, in den Achtzigern dachte man auch, das es sich bis Südafrika erstreckt haben könnte. Das ist aber seit einigen Jahren vom Tisch, nur hat das bei den Kraterleuten noch keiner geschnallt.
Na gut, vielleicht hatten sie gute Gründe, also las ich nochmal nach. Alle beziehen sich in ihren Ausführungen auch auf persönliche unpublizierte Informationen die sie von Autor D haben, einem alten Sack, der da schon seit Äonen arbeitet und der sich rühmt, in seinem Leben noch nie einen Kompass in der Hand gehabt zu haben. ein ganz großer Strukturgeologe! Aber natürlich wird er als graue Eminenz gehandelt, jemand, der wirklich weiss, was da geologisch abgeht. Ich habe ihn letztes Jahr getroffen. Der Typ hat einen Vogel. Der konstruiert lieber auf einem seit drei Milliarden Jahren gefestigten Kontinent der Bildung nachfolgend satte 12 Deformationsphasen, um eine einzige Struktur zu erklären, als dass er sich dem Zeitgeist anschließt und zugibt, dass es sowas wie Meteoritenkrater überhaupt gibt. Würg. Besonders schön: Die Betreuer der Autoren A-C sind unser Kooperationspartner dort und mein eigener Betreuer gewesen.

Wie gesagt, an der Geschichte waren nur einer von vielen Punkten und nur zwei der von mir kritisierten Leute beteiligt. Ich freue mich schon riesig auf die Konferenz.

11. Juni 2008, 18:06 von Andreas Jahn Kommentare

Hochgradig verstimmt

Ich habe mir gerade kochendes Tee-Wasser über die Hand gekippt, weil dieser besch*ssene Wasserkocher von meiner nervigen Kollegin so verk*ckt undicht ist. Jetzt wird man sich fragen, warum trinkt dieser Idiot bei dem Wetter heißen Tee? Weil es in diesem sch**ß Büro so warm ist, dass man ohne Flüssigkeit glatt verdurstet. Nun gibt es hier auch einen Wasserhahn, aber die Brühe die da rauskommt könnte auch aus einer Abwasserleitung stammen. Unabgekocht ist das ungenießbar. Arbeitsschutz ist hier ein Fremdwort. Und jetzt brennt meine Hand.

3. Juni 2008, 12:03 von Andreas Jahn Kommentare [4]

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